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Wo die wilden Luchse wohnen Artikel
29. Sept. 2026

Wo die wilden Luchse wohnen

Seit Jahrhunderten berühren die karpatischen Zauberwälder die Seelen der Menschen. Hier leben Drachen, Feen, Berggeister und Hexen.

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Elche, die Wildnishüter Artikel
23. Sept. 2026

Elche, die Wildnishüter

Die größten lebenden Hirsche der Erde sind Kälte-Spezialisten, sehr gute Schwimmer und tauchen immer häufiger auch wieder in Deutschland auf.

Wieso machen Elefanten Kunststücke? Artikel
14. Sept. 2026

Wieso machen Elefanten Kunststücke?

Elefanten sind klassische Wandertiere. Sie schließen tiefe soziale Bindungen untereinander und zeigen ein bewundernswertes Gedächtnis - wie passt das zu Zoohaltung und Zirkusdressur?

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Iberischer Wolf
11. Sept. 2026

Iberischer Wolf

Blickt neugierig in die Umgebung. Im Norden Portugals und in Spanien leben schätzungsweise rund 2.500 der Tiere.

Sprung ins Wasser
11. Sept. 2026

Sprung ins Wasser

Während der Großen Wanderung in der Serengeti und Masai Mara ziehen rund 2 Millionen Tiere gut 1.000 Kilometer über Land.

Sumatra-Tiger
11. Sept. 2026

Sumatra-Tiger

Wie ihr Name andeutet, leben die Tiere ausschließlich auf der indonesischen Insel Sumatra und sind stark vom Aussterben bedroht.

In Wassernähe
11. Sept. 2026

In Wassernähe

Drei junge Damhirsche in einem Gehege. Ursprünglich stammt die Tierart vom Festland des östlichen Mittelmeerraums.

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Landung auf Rosa
11. Sept. 2026

Landung auf Rosa

Ein Tagpfauenauge auf einer Wasserdostblüte. Tagpfauenaugen können bis zu 50 km weit fliegen.

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Unser Podcast

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Alle Folgen

05. Juli 2026 · 83 Min.
3 Millionen im Labor: Deutschlands Tierversuchsindustrie
Julia Radzwill von Ärzte gegen Tierversuche erklärt, wie offizielle Zahlen das wahre Ausmaß des Leids verschleiern können — und welche tierversuchsfreien Methoden es bereits gibt.
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05. Juli 2026 · 65 Min.
3 Millionen im Labor: Deutschlands Tierversuchsindustrie (AI ENG Dub)
Julia Radzwill von Ärzte gegen Tierversuche erklärt, wie offizielle Zahlen das wahre Ausmaß des Leids verschleiern können — und welche tierversuchsfreien Methoden es bereits gibt.
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28. Okt. 2025 · 79 Min.
Leben wie ein Bär: In der Wildnis der Karpaten mit Erik Baláž
Wildlife-Filmemacher Erik Baláž erzählt von Jahrzehnten im Feld in den Karpaten — vom Leben mit Bären bis zum Kampf gegen illegalen Holzeinschlag.
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Live

Live-Kameras aus Nationalparks und Schutzgebieten

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Live
Live: Wasserloch Okaukuejo, Etosha-Nationalpark
Live-Kamera von NamibiaCam am beleuchteten Wasserloch von Okaukuejo in Namibia — hier zeigen sich u.a. Elefanten, Spitzmaulnashörner und Löwen.
Mehr über die Wasserlöcher im Etosha-Nationalpark

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Live
Live: Brooks Falls, Katmai-Nationalpark
Live-Kamera von explore.org an den Brooks Falls in Alaska — hier fischen Braunbären nach Lachsen.
Offizielle Seite des Katmai-Nationalparks (NPS)

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Live
Live: Unterwasser-Riffkamera, Utopia Village
Live-Kamera von explore.org am Sandy Channel Riff bei Utopia Village.
Mehr über Utopia Village auf Utila

Video

Videos und Shorts

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Video 30. Okt. 2026
Sentient – Trailer
Trailer zum Dokumentarfilm „Sentient“ über Primaten in der Tierversuchsforschung und das moralische Dilemma der Wissenschaftler. Mehr dazu im Artikel „Makaken – die „Katzen“, die über das Meer kamen“.

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Video 29. Okt. 2026
Tiere vor der Kamera – Schneeaffen in Japan (1979)
Tierfilm über die Japanmakaken bei Nagano, die im Winter in heißen Quellen baden – Thermalbecken ab Minute 32:30. Mehr dazu im Artikel „Makaken – die „Katzen“, die über das Meer kamen“.

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Video 28. Okt. 2026
Die Hyänen-Männer von Harar
In der äthiopischen Stadt Harar füttern Männer seit Generationen wilde Hyänen. Mehr dazu im Artikel „Punkrocker mit Biss – Hyänen“.

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Video 27. Okt. 2026
Hyänen stehlen Beute
Tüpfelhyänen machen anderen Raubtieren ihre Beute streitig. Mehr dazu im Artikel „Punkrocker mit Biss – Hyänen“.

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Video 26. Okt. 2026
Into the Carpathian Wild – Trailer
Trailer zur vierteiligen Doku-Reihe von Erik Baláž über die letzte große Wildnis Zentraleuropas. Mehr dazu im Artikel „Wo die wilden Luchse wohnen“.

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Video 11. Okt. 2026
Kanzi – ein genialer Bonobo (Teil 1 von 4)
Dokumentation über den Bonobo Kanzi, der mit Hilfe von Symboltafeln (Lexigrammen) mit Menschen kommunizierte und gesprochenes Englisch verstand. Teil 1 von 4.

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Video 11. Okt. 2026
Kanzi – ein genialer Bonobo (Teil 2 von 4)
Dokumentation über den Bonobo Kanzi, der mit Hilfe von Symboltafeln (Lexigrammen) mit Menschen kommunizierte und gesprochenes Englisch verstand. Teil 2 von 4.

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Video 11. Okt. 2026
Kanzi – ein genialer Bonobo (Teil 3 von 4)
Dokumentation über den Bonobo Kanzi, der mit Hilfe von Symboltafeln (Lexigrammen) mit Menschen kommunizierte und gesprochenes Englisch verstand. Teil 3 von 4.

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Video 11. Okt. 2026
Kanzi – ein genialer Bonobo (Teil 4 von 4)
Dokumentation über den Bonobo Kanzi, der mit Hilfe von Symboltafeln (Lexigrammen) mit Menschen kommunizierte und gesprochenes Englisch verstand. Teil 4 von 4.

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Short 23. Sept. 2026
Elch wirft sein Geweih ab

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Short 14. Sept. 2026
Baby-Känguru schaut aus dem Beutel

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Video 14. Sept. 2026
Portugals letzter Zirkuselefant kommt in Europas erstem großflächigen Schutzgebiet an

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Video 13. Sept. 2026
Nashornmann Eric reist nach Grumeti
Nashornmann Eric aus dem San Diego Safari Park auf seiner Reise nach Grumeti in Tansania.
Makaken – die „Katzen“, die über das Meer kamen

Ein Rhesusaffe, lat. Macaca mulatta — Foto: Sharat G.

Artikel

Makaken – die „Katzen“, die über das Meer kamen

30. Okt. 2026

„Ein junger Affe ist vergleichbar mit dem Lehrling eines Sushimeisters. Der schaut seinem Meister einige Jahre lang bei der Arbeit zu. Dadurch hat er die Abläufe so verinnerlicht, dass er sie am Tag seiner Feuertaufe selbst ausführen kann. Zu dieser Transferleistung sind auch Affen fähig. Und das ist Kultur.“Frans de Waal, Primatenforscher

In der biologischen Einordnung zählen wir Menschen zu den Primaten. Der Begriff lässt sich vom lateinischen Wort Primus ableiten, was der oder die Erste bedeutet. Primat verweist also auf eine gewisse Vorrangstellung gegenüber anderen Lebewesen. Neben uns gehören Menschenaffen, die anderen Affen und die Halbaffen, die auch Feuchtnasenaffen heißen, dazu. Feuchtnasenaffen unterscheiden sich ein wenig in ihrer Kommunikation und Anatomie von uns anderen Primaten. Wie ihr Name sagt, haben sie immerfeuchte, unbehaarte Nasen und außerdem keinen beweglichen Daumen. Alle Primaten zeigen ein nach vorn gerichtetes räumliches Sehen. So können wir Tiefen und die Abstände zwischen einzelnen Objekten in unserer Umgebung genau wahrnehmen. Statt Krallen haben wir Nägel an unseren Fingern und Zehen. Die Feuchtnasenaffen besitzen an ihrem Fuß zusätzlich eine Kralle. Sie hilft ihnen bei der Fellpflege. Unsere Gehirne sind im Vergleich zu unseren Körpern groß und komplex gebaut. Außerdem leben wir verhältnismäßig lange, werden spät erwachsen und gebären nach einer Befruchtung fast immer nur ein einziges Kind. Und dann ist da noch unser Bewusstsein: Alle Primaten zeichnen sich der Wissenschaft zufolge durch ihre hohe Problemlösungsfähigkeit aus und dadurch, dass sie Selbstverständnis und Selbstbewusstsein zeigen. Das bedeutet: Wir wissen, wer wir sind, und verstehen unsere Rolle in einem sozialen Gefüge – meistens jedenfalls. Ein Gorillaanführer weiß um die Verantwortung, die er als Clanchef übernehmen muss. Das zeigt sich in seinem Verhalten: Er beschützt seinen Clan vor Eindringlingen oder Störern. Auch andere Tiere lassen ihr Selbstbewusstsein und Selbstverständnis deutlich erkennen, z. B. Elefanten oder Wale und Delfine. Biologische Einordnungen und Hierarchien, die auf Erkenntnissen über das Innenleben von Tieren basieren, sollte man immer besser fließend betrachten. Fast täglich finden wir Menschen etwas Neues über die Lebewesen auf der Erde heraus, was unsere Theorien und Annahmen erweitert, verändert und manchmal sogar über den Haufen wirft.

Ungefähr 500 Arten fallen in die Primatenordnung, die in 81 Gattungen gruppiert sind. Eine dieser Gattungen sind die Makaken und ihre 23 verschiedenen Arten. Du kennst diese süßen, frechen Affen vielleicht aus dem Urlaub in Asien oder Nordafrika. Auch am Felsen von Gibraltar, der britischen Enklave südlich von Spanien, kann man Makaken, sie heißen Berberaffen, beobachten. Berberaffen sind die einzigen frei lebenden Wildaffen Europas. Vor 100.000 Jahren lebten Makaken fast überall auf dem Kontinent, sogar dort, wo heute die Nordsee liegt, hat man ihre Fossilien gefunden.

Makaken heißen auch Meerkatzen, was umgangssprachlich entstanden sein könnte, als Seefahrer die Affen als Haustiere von ihren Eroberungszügen nach Deutschland brachten.

Makak mit offenem Mund und großen Augen vor dunklem Hintergrund
Ein staunender Makake — Foto: Ana Maria Samoila

Makaken sind sehr lustige, intelligente und durch ihre vielen beeindruckenden Talente faszinierende Tiergenossen. Die Langschwanzmakaken in Thailand zum Beispiel nutzen Steine, um damit Austern, die sie bei Ebbe an Meeresfelsen sammeln, zu öffnen. Anfang der 1950er Jahre wurde ein Makakenweibchen in Japan dabei beobachtet, wie sie in einem Fluss die Erde von der Schale einer Süßkartoffel abwusch. Die anderen Mitglieder ihrer Familie, auch ihre Kinder, übernahmen diesen Trick. Bis heute waschen die Nachfahren dieser Makaken Kartoffeln, mittlerweile sogar am Meeresufer in Salzwasser – einfach für den nahrhafteren Geschmack. Diese Makaken pflegen sozusagen eine Gemüseabwaschkultur.

Japanmakaken waschen Süßkartoffeln – YouTube

Mit ihrer Art und ihren Fähigkeiten beeindrucken diese Affen schon seit vielen tausend Jahren die Japaner und nehmen bei ihnen eine wichtige Rolle ein. Sie gelten als spirituelle Vermittler zwischen Göttern und Menschen. Die Japanmakaken verfügen je nach Region über verschiedene sprachliche Akzente. Sie besetzen das nördlichste Verbreitungsgebiet aller Makaken auf der Erde. An die dort vorherrschenden Kältetemperaturen sind sie gut angepasst und heißen daher auch Schneeaffen. Eine Gruppe in der Nähe von Nagano hat sogar eine besonders clevere Strategie entwickelt, sich vor Eis und Schnee zu schützen: Sie baden in den heißen Quellen der Region. Das begann in den 1960er Jahren. Eine Schneeaffenfrau kletterte immer wieder in den Thermalpool eines Hotels und wärmte sich darin. Das sprach sich unter den Affen herum und immer mehr Makaken schlossen sich ihr an. Für die Hotelbetreiber wurde das Badefest der Affen zum Problem. Die sich im Wasser tummelnden Makaken vertrieben die Hotelgäste. Man entschied daher, einen exklusiven Schneeaffen-Pool zu bauen. Seither verbringen die Tiere in einem eigenen Thermalbecken ihre Zeit und jeder kann sie dabei beobachten. Das Becken ist eine touristische Attraktion, die viele Besucher anzieht – eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Es entstand sogar ein Schutzpark für die Tiere. Im warmen Thermalwasser entspannen die Makaken und regulieren ihr Stresslevel. Ich kann das gut nachvollziehen, denn ich tue das auch gern in einem heißen Schaumbad. Vorwiegend, das konnten Wissenschaftler beobachten, sitzen Schneeaffenfrauen und ihre Kinder in dem heißen, nach Schwefel stinkenden Wasser. Die Männchen beäugen das Geschehen überwiegend vom Felsrand aus. Revier- und Rangordnungen könnten der Grund dafür sein. Vielleicht ist ihnen aber auch einfach weniger kalt als den Damen. Tierfilmer reisten bereits in den 1970er Jahren an den Ort, um die spektakulären Schneeaffen zu porträtieren:

Tiere vor der Kamera – Schneeaffen in Japan (1979)

Andere Makaken zeigen ähnlich komplexe Verhaltensweisen wie die Schneeaffen. In Thailand wurden Langschwanzmakaken beobachtet, wie sie sich mit Kokosfasern die Zähne reinigen – so wie wir es mit Zahnseide tun. Ihre Mimik sollten wir hingegen nicht mit unserer gleichsetzen. Ein Beispiel: Wenn Makaken ihre Zähne zeigen und den Mund breit nach oben auseinanderziehen, dann lachen sie nicht. Im Gegenteil, die Grimasse zeigt, dass sie sich unsicher fühlen oder Angst haben und einen wahrgenommenen Konflikt lösen möchten. Schnelles Schmatzen und Blinzeln sind ebenfalls solche Deeskalationssignale. Wer welchen Platz in der Affenhierarchie innehat, zeigt sich durch ihre dominante oder unterwerfende Körpersprache. Das „Lausen“, also die gegenseitige Fellpflege, ist für Makaken und viele andere Affen ein ganz wichtiges Mittel, um leichte Konflikte zu lösen, Freundschaften untereinander zu schließen oder einfach nur Stress abzubauen und zu entspannen. Positiver Nebeneffekt: Lästige Parasiten im Fell und auf der Haut werden entfernt.

Ein Makak laust einen anderen, der entspannt auf einem Pfosten liegt
Zwei junge Krabbenfresseraffen beim Lausen — Foto: Swee Ming Young

Höherrangige Makaken werden manchmal sogar von mehreren unter ihnen stehenden Tieren gelaust. Wie das Lausen nimmt auch das Spielen bei Makaken eine sehr wichtige Rolle ein. Das ist bei uns Menschen und vielen Säugetieren genauso, vermutlich auch bei denen, bei denen es nicht von Wissenschaftlern beobachtet werden konnte. Makakenkinder jedenfalls toben und jagen sich durch das Geäst von Bäumen und über Felsen. Sie raufen untereinander, stärken so ihre Motorik und Koordination und testen ihre Kräfte. Makaken verfügen sogar über ein sogenanntes „Spielgesicht“. Das ähnelt der beschriebenen Beschwichtigungsgrimasse, in der sie ihre Zähne zeigen. Die spielerisch erlernten Fähigkeiten werden später in ihrem Leben wichtig für ihre Durchsetzungsfähigkeit im Gesamtgefüge ihrer Gruppe.

Über das Zusammenleben der Makaken gibt es noch weitere spannende Erkenntnisse: Viele Arten haben einen stabilen „weiblichen Kern“. Die Frauen bleiben von Geburt an in ein und derselben Familie, ihr Leben lang. Ihre soziale Stellung vererben sie an ihre Töchter. Die Makakenmänner müssen ihre Geburtsfamilie verlassen, um Inzucht zu vermeiden. Sie leben in Gruppen mit anderen Junggesellen. Wenn sie in eine neue Familie aufgenommen werden wollen, müssen sie sich dort von unten nach oben kämpfen. Ein Männchen, das so seine Stärke bewiesen hat, kann zum Anführer einer Gruppe werden. Allerdings nur, wenn das Alpha-Weibchen ihn anerkennt und unterstützt. Die Wissenschaft unterteilt das soziale Gefüge der Makaken in vier Ranggruppen:

1. Alpha: Das dominante Weibchen und Männchen, die Konflikte regeln und die Gruppe beschützen und stabilisieren. Im Gegenzug dafür erhalten sie Privilegien beim Futter und der Fortpflanzung.
2. Beta: Starke Tiere, die die Gruppe verteidigen und Allianzen schließen, manchmal sogar gegen ein Alphamännchen, um es zu stürzen.
3. Gamma: Die Mehrheit einer Makakengruppe, sie regeln ihre Kommunikation weitestgehend über gegenseitige Fellpflege.
4. Delta: Die Rangniederen dürfen erst nach allen anderen Gruppenmitgliedern fressen. Sie werden viel vertrieben und von den anderen attackiert, wodurch sie viel Stress empfinden. Das bedeutet auch, dass diese Tiere körperlich schwächer sind und häufiger erkranken.

Je nach Makakenart können die Rangunterscheidungen stark ausgeprägt oder verschwommener sein.

Das Lausen nimmt auch beim Paarungsverhalten der Makaken einen wichtigen Platz ein. Die Männchen nutzen es geschickt, um die Weibchen zu verführen. Sie kitzeln sie auch und kuscheln mit ihnen – wie wir Menschen das tun. Das Männchen, das sie am meisten überzeugt, wählt die Makakenfrau aus. Die Konkurrenz ist stark, weshalb die Affenweibchen ihre Partner sehr häufig wechseln. Für die Gesundheit einer Familie ist das vorteilhaft, da sich ihre Gene so gut vermengen. Zuschauende Makakenmännchen stören die Paarungsakte gerne mal – wohl aus Eifersucht. Die Bereitschaft eines Weibchens zur Paarung lesen die Männchen an deren Körpern ab: Gesicht, Gesäß und Brustwarzen schwellen infolge einer Hormonveränderung rot an. Das präsentieren die Damen dann auch ganz gerne und wedeln mit ihren Hintern aufreizend vor den Kerlen herum. Kommt dir das bekannt vor? Powackeln kann man auch bei einigen Menschenfrauen beobachten. Es gibt Makaken, wie Schnee- und Rhesusaffen, deren Gesäß dauerhaft rot ist. Hier zeigt die Tiefe der Rotfärbung den anderen in der Gruppe ihren sozialen Rang an.

Hutaffenmutter mit Jungem und gefüllten Backentaschen auf einem Ast
Indische Hutaffenmutter mit ihrem Jungen und gefüllten Backentaschen — Foto: Nandu Khumar

Was das Verbreitungsausmaß unter den Primaten auf der Erde betrifft, reihen die Makaken sich direkt hinter uns Menschen ein. Allerdings liegen Platz 1 und 2 der meistverbreiteten Primaten zahlenmäßig weit auseinander: Es gibt nur noch wenige Millionen Makaken und über 8 Milliarden von uns Menschen. 93 % der Makaken-DNA stimmt mit der menschlichen überein. Die Tiere fressen vorwiegend Früchte, Pflanzenteile, Insekten und andere kleine Tiere. Damit stopfen sie sich ihre bis vor die Hälse ausdehnbaren Backentaschen voll. Auf diese Weise sichern sie die Nahrung, zum Beispiel für ihre Jungen, oder ganz einfach, um sie selbst in Ruhe an einem geschützten Ort zu essen. So ein Futterreservoir bietet viele Vorteile: Die Nahrung ist vor Konkurrenten sicher, auch falls sie bei Bedrohung plötzlich fliehen müssen. Außerdem haben sie ihre Hände frei, zum Klettern und Tragen ihrer Jungen zum Beispiel. Auch ist es sicher angenehm, dass das Futter durch den Speichel in den Taschen vorverdaut und so für sie besser bekömmlich ist:

Makaken und ihre Backentaschen – YouTube

Langschwanzmakak steht auf einem bemoosten Felsen im Wald
Ein Langschwanzmakak in seinem natürlichen Lebensraum — Foto: Alex Borghi

Makaken leben in Waldgebieten und schlafen in Bäumen oder Höhlen, auch im Freien auf Felsen oder sogar am Boden. In Regionen, wo es nachts kalt wird, kuscheln sie sich beim Schlafen in Gruppen eng aneinander. Durchschnittlich 20 bis 50 Tiere, manchmal sogar bis zu 100, leben zusammen in einer Gruppe. Durch ihre Ansammlung denken viele Menschen, es gebe sehr viele Makaken. Der Eindruck täuscht. Es sind zwar nicht alle Makaken akut gefährdet auszusterben, aber alle leiden sehr am Verschwinden ihrer natürlichen Lebensräume. Ihre Heimat wird vielerorts gerodet und bebaut. Immer häufiger geraten sie dadurch mit uns Menschen in Konflikt. Es gibt auch Arten, deren Babys nur für Touristenfotos oder als Haustiere gewildert werden. So sind die afrikanischen Berberaffen stark dezimiert worden. Einige Arten, insbesondere Langschwanzmakaken, sind durch den Fang aus der Wildnis für Tierversuche stark vom Aussterben bedroht. Mauritius, Kambodscha, Vietnam und Indonesien sind die Hauptexporteure an Konzernlabore und andere Forschungseinrichtungen in Europa und Nordamerika. In China gibt es seit der Coronapandemie 2020 ein Exportverbot. Die Tiere werden nun im eigenen Land in den Experimenten genutzt. Bis dahin importierten zum Beispiel die USA 50 % ihrer Versuchsmakaken und andere Versuchstiere aus China. In den letzten dreißig Jahren hat sich die Anzahl der Langschwanzmakaken durch die hohe Nachfrage der Pharmaindustrie und Grundlagenforschung fast halbiert. Zwar werden Langschwanzmakaken und zum Beispiel auch Rhesusäffchen in ominösen asiatischen Zuchtanlagen für die oftmals extrem grausamen Versuche vermehrt, eingesetzt und in den Westen exportiert. Viele der Affen werden allerdings nur als gezüchtet für den Export deklariert, obwohl sie wild gefangen und in diesen Anlagen nur gesammelt worden sind. Das ist den westlichen Forschern weitestgehend bekannt, aber das Geschäft mit Medikamenten und Impfstoffen ist so lukrativ, und die Betreiber – insbesondere die westlichen Labore – sind in der Durchsetzung ihrer Geschäftsinteressen durch Lobbyarbeit finanziell sehr mächtig. Eine Verbesserung für das Leben der betroffenen Makaken wurde daher bislang, auch in Deutschland, verhindert. Wenn du mehr zu diesem Thema wissen möchtest, empfehle ich dir unsere Podcastfolge mit der Expertin Julia Radzwill von Ärzte gegen Tierversuche:

Podcast: 3 Millionen im Labor – Deutschlands Tierversuchsindustrie

Auch liefert der Film Sentient interessante Hintergründe, auch zum moralischen Dilemma der Tierversuche betreibenden Wissenschaftler:

Sentient – MUBI

Trailer:

Sentient – Trailer (YouTube)

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Archiv

Alle Artikel und Videos an einem Ort — sortiert nach Datum, neueste zuerst.

Makaken – die „Katzen“, die über das Meer kamen
30. Okt. 2026

Makaken – die „Katzen“, die über das Meer kamen

Kartoffeln waschen, Zähne putzen, in heißen Quellen baden: Makaken pflegen erstaunliche Kulturen – und leiden doch unter Lebensraumverlust und dem Handel für Tierversuche.

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Ich wollt, ich wär ein Huhn … nein, das wollt ich wirklich nicht.
24. Okt. 2026

Ich wollt, ich wär ein Huhn … nein, das wollt ich wirklich nicht.

Dreißig Tage vom Ei bis zum Schlachthof: Das Leben eines Masthahns – und warum Hühner zu den am meisten verkannten Tieren überhaupt gehören.

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Punkrocker mit Biss – Hyänen
18. Okt. 2026

Punkrocker mit Biss – Hyänen

Sie fressen ihre Beute lebend, kichern wie Irre, und bei ihnen haben die Weibchen das Sagen: Hyänen brechen so ziemlich jede Regel. Ein Porträt der verkannten Rebellen der Savanne.

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Mitbewohner mit acht Beinen und anderes tierisches Flair
11. Okt. 2026

Mitbewohner mit acht Beinen und anderes tierisches Flair

Zitterspinnen in jeder Ecke, Fledermäuse unterm Dach und ein Siebenschläfer im Schuppen: Warum alte Häuser für viele Tiere eine wichtige Lebensnische sind.

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29. Sept. 2026

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Von Göttlichkeit erfüllt – die betende Fangschrecke
24. Sept. 2026

Von Göttlichkeit erfüllt –
die betende Fangschrecke

Von Khoisan-Gottheit bis Femme Fatale: Kaum ein Insekt trägt so viel Symbolkraft wie die Gottesanbeterin.

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Elche, die Wildnishüter
23. Sept. 2026

Elche, die Wildnishüter

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Wieso machen Elefanten Kunststücke?
14. Sept. 2026

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Spitzmaulnashorn - eine der seltensten Arten dieser Erde
13. Sept. 2026

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Ein Spitzmaulnashorn an einem Wasserloch. Seit rund 17 Millionen Jahren lebt diese Tierart in Afrika.

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Der Mensch und das Pferd – Ein Heiliges Band
11. Sept. 2026

Der Mensch und das Pferd – Ein Heiliges Band

Von den Höhlenmalereien in Lascaux bis zu ihrem therapeutischen Einsatz: Kaum ein Tier hat den Verlauf unserer Geschichte so geprägt wie das Pferd.

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Ein Tinker in der Dämmerung
11. Sept. 2026

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Die Pferderasse stammt aus Großbritannien und Irland. Tinker heißt übersetzt – wenig schmeichelnd – „Kesselflicker“.

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Iberischer Wolf
11. Sept. 2026

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Macht KI uns jetzt alle zu Dr. Dolittle?
11. Sept. 2026

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Welchen Platz nehmen Tiere in einer technologisch radikal veränderten Welt ein?

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11. Sept. 2026

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11. Sept. 2026

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11. Sept. 2026

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Landung auf Rosa
11. Sept. 2026

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Ein Tagpfauenauge auf einer Wasserdostblüte. Tagpfauenaugen können bis zu 50 km weit fliegen.

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Über Unsere Tiere

Tiere sind erstaunlich. Auch wenn wir mit vielen von ihnen interagieren und kommunizieren können, hören, riechen, sehen, schmecken und fühlen sie die Welt auf eine andere Weise als wir – oft übersteigen ihre Sinnesfähigkeiten die unseren sogar. Denkt an den Geruchssinn von Hunden: Mit bis zu 200 Millionen Riechzellen in der Nase – verglichen mit nur etwa 5 Millionen bei uns – sowie einem zusätzlichen Riech-Organ im Maul sind sie sogar in der Lage, Gemütsverfassungen von anderen Tieren und uns Menschen zu „erschnüffeln“.

Tiere sind uns ähnlich und doch sehr anders als wir – genau das inspiriert uns. Tagtäglich. Indem wir Tiere beobachteten, haben wir fliegen gelernt, bestimmte chemische Stoffe und Materialien nachzubilden und sensorische Hilfsmittel wie Kameraobjektive zu entwickeln. Und lange bevor unser mechanistisches Weltbild sie auf ihre körperlichen Funktionen und deren Nutzen für uns Menschen reduzierte, inspirierten Tiere uns als totemistische und spirituelle Wesen.

Tatsächlich standen die Tiere seit jeher neben uns im Zentrum unserer Welt und wurden ein fester Bestandteil unserer Kultur: Die ersten Geschichten, die wir einander erzählten, handelten von Tieren – das bezeugen unsere jahrtausendealten Steinzeitmalereien.

Wir schrieben ihnen magische Kräfte zu, verehrten sie und opferten sie unseren Göttern. Deren übermenschliche Fähigkeiten stellten wir häufig in tierischen Attributen dar – man denke an die ägyptische Sphinx oder an Ganesha, den hinduistischen Gott der Hindernisse, mit seinem Elefantenkopf.

Mit dem Verlust ihrer natürlichen Lebensräume – ihrer Heimat – verschwinden Tiere zunehmend als unsere unmittelbaren, einem freien Leben nachgehenden Nachbarn. Dadurch entfremden wir uns. Selbst die Tiere, die unsere Nahrung und Kleidung werden, sehen nur sehr wenige Menschen. Die meisten von uns Menschen kennen solche Nutztiere nur noch in Form einzelner verkaufsbereiter Stücke oder Körperflüssigkeiten. Wenn die in unserer Nähe verbliebenen Tiere uns nicht als Hausgenosse oder Arbeitskraft dienen, nutzen wir sie überwiegend in erzählerischer oder symbolischer Funktion, etwa in Werbung, Unterhaltung, Design oder in sozialen Medien, um Aufmerksamkeit auf uns selbst zu ziehen. Es scheint, als würden wir die anderen Lebewesen immer seltener als eigenständige Subjekte mit einem inhärenten Anspruch auf ein freies Leben auf der Erde neben uns anerkennen. Dabei könnten wir auch in Zukunft viel voneinander lernen, wenn wir die Tiere respektieren und schützen und ihnen Räume für ein gesundes Leben erhalten.

Unsere Tiere bietet Interessierten wissenschaftliches und populäres Wissen über Tiere in kurzen Artikeln und unterhaltsamen Podcasts, dazu spannende Livestreams und Videos – fundiert, respektvoll und wahrhaft erstaunlich.

Wir alle können für Tiere einen Unterschied machen. Zum Besseren. Wenn wir es wollen.

KI-Transparenz

  1. Alle Blog-Texte sind originär von mir verfasst (Mensch).
  2. Die Inhalte dieser Webseite unterliegen der journalistischen Sorgfalts- und Wahrheitspflicht.
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  5. Ich halte mich an die Richtlinien.
  6. Meine Kooperationspartner wähle ich nach den vorstehenden Standards aus, für die KI-Nutzung in Werbeinhalten Dritter übernehme ich keine Verantwortung.

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